Am 1. Oktober 2026 organisierte die Deutsch-Algerische Industrie- und Handelskammer (AHK Algerien) die Konferenz „Gesundheit und Souveränität“. Die Veranstaltung brachte mehr als 150 registrierte Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus öffentlichen Institutionen, der pharmazeutischen Industrie, Unternehmen und dem wirtschaftlichen Ökosystem zusammen.
In seiner Eröffnungsrede betonte Herr El Hadi Iskander, Präsident der Deutsch-Algerischen Industrie- und Handelskammer, die Perspektiven der deutsch-algerischen Partnerschaft im Pharmasektor und die Bedeutung einer weiteren Vertiefung dieser Zusammenarbeit in den kommenden Jahren. Seine Ausführungen befassten sich zudem mit den Entwicklungsperspektiven der algerischen Pharmaindustrie, den Herausforderungen der gesundheitlichen Souveränität sowie der Notwendigkeit, Partnerschaften auf der Grundlage von Investitionen, Technologietransfer, Innovation und Wissensaustausch auszubauen. Dabei stellte er die bilaterale Zusammenarbeit in einen langfristigen Kontext, der der Entwicklung und Wettbewerbsfähigkeit der algerischen Pharmaindustrie dienen soll.
Im Rahmen der Eröffnungszeremonie unterstrich Herr Ouassim Kouidri, Minister für Pharmazeutische Industrie, dass Algerien der Entwicklung seiner nationalen Pharmaindustrie eine strategische Bedeutung beimisst und diese als „Grundpfeiler der Gesundheitssicherheit und der wirtschaftlichen Entwicklung“ betrachtet.
Der Minister erklärte, dass die in den vergangenen Jahren unternommenen Anstrengungen zu einer Stärkung der nationalen Produktionskapazitäten geführt haben. So werden mittlerweile 82 % des nationalen Medikamentenbedarfs durch die lokale Produktion gedeckt, darunter 94 % der Produkte, die aus einer vollständigen Produktionskette stammen.
Er hob hervor, dass diese Ergebnisse einen bedeutenden Fortschritt darstellen, betonte jedoch zugleich: „Unser Anspruch ist noch größer.“
Vor diesem Hintergrund bekräftigte Herr Ouassim Kouidri den Willen Algeriens, Forschung und Innovation weiter voranzutreiben, Arzneimittel mit hoher Wertschöpfung herzustellen und die lokale Produktion von pharmazeutischen Wirkstoffen auszubauen. Ziel ist es, die industrielle Integration zu stärken und Algeriens Position als regionaler Pharmastandort weiter auszubauen.
Dr. Abdelouahed Kerrar, Vizepräsident des CREA und CEO von Biopharm, betonte, dass Algerien heute über leistungsfähige Pharmaunternehmen, moderne Produktionsanlagen und technische Fachkompetenzen verfügt, die den anspruchsvollsten internationalen Standards entsprechen.
Darüber hinaus hob er das Potenzial dieser Kapazitäten hervor, die Auftragsfertigung und die Produktion in Algerien für internationale Partner, insbesondere deutsche Pharmaunternehmen, weiterzuentwickeln. Dabei können die Expertise, die Produktionskapazitäten und die wettbewerbsfähigen Kosten algerischer Unternehmen gezielt genutzt werden.
In seiner institutionellen Ansprache ging Herr M’hand Messaoudi, Managing Director von Bayer Algerien, auf den institutionellen Besuch einer algerischen Delegation in Deutschland sowie auf die bei dieser Gelegenheit unterzeichneten Vereinbarungen und Absichtserklärungen (Memoranda of Understanding) ein.
Panel 1: Produzieren, innovieren, exportieren – Die Hebel für eine wettbewerbsfähige algerische Pharmaindustrie
Das erste Panel stellte die Exportfähigkeit in den Mittelpunkt der Diskussionen.
Im Fokus standen die Voraussetzungen, die es der algerischen Pharmaindustrie ermöglichen, über die reine Deckung des nationalen Bedarfs hinauszugehen und ihre Wettbewerbsfähigkeit auf internationalen Märkten zu stärken. Zu den zentralen Themen zählten der Technologietransfer, die industrielle Weiterentwicklung, Innovation, die Einhaltung internationaler Standards, der Ausbau der Produktionskapazitäten sowie die Integration in internationale Wertschöpfungsketten.
Panel 2: Innovation, wirtschaftliche Wertschöpfung und die Rolle deutscher Unternehmen
Das zweite Panel vertiefte die Frage, wie Innovation als wesentlicher Motor der wirtschaftlichen Entwicklung genutzt werden kann.
Die Diskussionen konzentrierten sich insbesondere auf Forschung und Entwicklung (F&E), den Transfer von Know-how, Innovation, öffentlich-private Partnerschaften sowie die Rolle deutscher Unternehmen beim Aufbau eines leistungsfähigen algerischen Pharmaökosystems, das eine höhere Wertschöpfung ermöglicht.
Die Konferenz begrüßte außerdem Alexander Boxler, stellvertretender Geschäftsführer der German Health Alliance beim BDI, der in seinem Vortrag einen Einblick in das deutsche Gesundheitsökosystem und den deutschen Gesundheitsmarkt gab.
Unser Dank an unsere Partner
Wir sprechen Merck unseren herzlichen Dank für die Unterstützung als Sponsor dieser Konferenz aus. Als weltweit führendes Unternehmen in den Bereichen Healthcare, Life Science und Electronics verfügt Merck über umfassende Expertise in zentralen Themen dieser Veranstaltung, insbesondere in den Bereichen wissenschaftliche Innovation, Forschung, Gesundheitstechnologien und Wertschöpfung.
Merck hat seine Investitionen in die lokale Produktion in Algerien schrittweise ausgebaut und ein umfangreiches Portfolio an Arzneimitteln entwickelt, die in Zusammenarbeit mit algerischen Pharmaunternehmen hergestellt werden. Dazu gehören insbesondere Produkte, die im Rahmen eines vollständigen Herstellungsprozesses („Full Process“) produziert werden, darunter orale Antidiabetika und Betablocker.
Darüber hinaus ist für 2027 ein weiteres Lokalisierungsprojekt im Rahmen eines vollständigen Herstellungsprozesses zur Produktion von Schilddrüsenhormonen in Zusammenarbeit mit einem lokalen Partner vorgesehen.
Das Unternehmen unterstützt zudem algerische Patientinnen und Patienten durch spezielle Programme in den Bereichen Onkologie und Neurologie.
Die Präsenz und Unterstützung von Merck haben dazu beigetragen, den Dialog über die Bedeutung von Innovation und Life Sciences für die Entwicklung der nationalen Pharmaindustrie weiter zu stärken.
Ein herzlicher Dank an unsere Sponsoren und die wichtigen Akteure dieses Ökosystems
Bayer – Ein weltweit tätiger Konzern im Bereich Gesundheit und Life Sciences mit Geschäftsaktivitäten in der Pharmaindustrie und im Bereich Consumer Health.
Boehringer Ingelheim – Ein deutsches Pharmaunternehmen, das sich der Entwicklung innovativer Lösungen für die Gesundheit von Mensch und Tier widmet.
Hydrapharm – Ein bedeutender Akteur des pharmazeutischen Ökosystems und des Vertriebs von Gesundheitsprodukten in Algerien.
Sadid Group – Eine algerische Unternehmensgruppe, die insbesondere auf Diagnostik und Gesundheitslösungen spezialisiert ist.
Saidal – Einer der führenden algerischen Pharmakonzerne und ein zentraler Akteur bei der Entwicklung der nationalen Arzneimittelproduktion.
Ein herzlicher Dank gilt allen Referentinnen und Referenten, Institutionen, Partnern und Teilnehmenden für ihr Engagement und ihren wertvollen Beitrag zu den Diskussionen.